Corona und Demokratie

Schon in unserer Haushaltsrede beanstandeten wir, den politischen Umgang mit den demokratischen Gepflogenheiten in diesen Krisenzeiten. Was in den ersten Wochen seit dem Corona-Ausbruch aufgrund der schnell zu fassenden Beschlüsse noch hinnehmbar war, droht jetzt doch einzureißen und zieht sich durch fast alle Instanzen durch.

Wir sehen nämlich fast überall eine Überlagerung des parlamentarischen Verfahrens, hier in Zülpich z.B. den zunehmenden Machtverlust des Rates und seiner Institutionen durch das Regieren mit Dringlichkeitsentscheidungen oder in Köln mit der Umgehung des Rates und Verlagerung der Entscheidungen in den Hauptausschuss.

Ich möchte dieses einmal überspitzt formulieren:

Über die undemokratischen Vorgänge in Ungarn und Polen ereifert man sich, ist aber hier zunehmend auf genau derselben Schiene unterwegs.

Und ernsthaft: Ohne den Verschwörungstheoretikern das Wort zu reden, könnte so aus der Gesundheits- eine Demokratiekrise werden.

Klopapier und Hamstern

Wer hat sich nicht schon über den gefühlten Mangel an Toilettenpapier gewundert und dann gestaunt, welche Mengen man in den Einkaufswagen mancher Mitmenschen sehen kann.

Mit vielen Witzchen, die im Internet kursieren, wird das oft sehr humorvoll kommentiert. Auf der anderen Seite war offensichtlich oft der ernsthafte Einsatz von Sicherheitskräften beim Kampf um das Papier notwendig.

Bild: Privat

Vielleicht trägt ja zur Vernunft bei, dass man einmal kalkuliert, wieviel man im eigenen Haushalt von dem wirklich nicht überlebenswichtigen Toilettenpapier tatsächlich benötigt. Im Internet gibt dazu – ja wirklich 😉 – Klopapierrechner! Geben Sie einfach die Daten der abgebildeten Packung ein (mit immerhin 10 Rollen á 200 Blatt = 2.000 Blatt), dann erfährt man schnell seinen tatsächlichen Bedarf, bzw. wie lange man mit einer Packung auskommen kann.

Aber auch der gute alte „Dreisatz“ aus der fünften Klasse kann einem dabei weiterhelfen.

Besonders Interessierte dürfen sich aber auch mit Begriffen wie eiserne Reserve, Mindestbestand, Meldebestand u.Ä. auseinandersetzen.

So weit so gut. Aber wenn man, wie manche Mitbürger, für andere mit einkaufen will, wird es problematisch und es gibt oft unangenehme Situationen. Da wird dann recht schnell der Ruf nach dem Staat oder wenigstens dem Bürgermeister laut.

Im Gespräch der UWV mit Bürgermeister Hürtgen war dann recht schnell klar, dass eine wasserdichte Lösung seitens der Verwaltung einen viel zu großen Aufwand benötige. Soll es etwa fälschungssichere Zuteilungskarten für Klopapier geben? Mit eidesstattlicher Versicherung, dass die zusätzliche Menge auch an die/den Berechtigte(n) ausgehändigt wird? 😉

Eine Hilfe könnte in diesem Zusammenhang etwa eine „Mitbringer-Einkaufsliste“ (zu googlen) sein, wie sie auch von ganz großen Discountern angeboten wird. Vielleicht hilft ja auch ein Personalausweis der zu Versorgenden weiter.

In diesem Sinne: „Bleiben Sie gesund!“

Und trotz der verschobenen EM und abgesagter Fußballspiele

wir bleiben am Ball

Ihre UWV-Zülpich

Dipl.-Kfm. Gerd Müller

0163 13 70 863